Geschichte

Wie bei vielen Dingen, die klein und unbedeutend begannen, liegen auch die Ursprünge der Reisetruppe im diffusen Licht der Geschichte. Die Geburtsstunde, wenn es denn eine solche gab, wird unter Experten auf das Jahr 1981 oder 1982 verlegt. Manche Sportkameraden bringen sie auch mit dem Entstehen des Begriffes Reisetruppe in Verbindung, wobei die Taufe ja immer erst nach der Geburt kommt, es sei denn es ist eine Nottaufe.

Die nachfolgenden historischen Daten beruhen auf unterschiedlichen dokumentarischen Quellen, vor allem auf authentischem Bildmaterial. Auch Tagebuchaufzeichnungen und Kalendernotizen wurden herangezogen. Wo dies alles nicht zur Verfügung stand, mußte das langsam schwindende Gedächtnis herhalten. Die besonderen Ereignisse, die dabei vermerkt werden, sind ganz subjektiv gefärbt. Bitte laßt es den Chronisten wissen, welches Datum falsch, welches Ereignis eines treffenderen Kommentars bedarf und welche Lücken noch zu füllen sind.

Zum Oktoberfest 1981, vom 2.-4. Oktober, fährt eine Blau-Gelb-Mannschaft nach München zu Wolfgang Kühner, einem ehemaligen Mitspieler aus der Frühzeit unseres Vereins. Zum Freundschaftsspiel gegen Wolfgang Kühners AH trittt eine bunt zusammengewürfelte Mannschaft aus aktiven Spielern der 1. Mannschaft und der Reserve, aus Altherrenspielern und ehemaligen Blau-Gelben an. Betreuer dieser Truppe ist, wie früher, Heinz Ludwig, genannt Twen. Er schickt folgende Spieler aufs Feld:

Die Reisetruppe in München
Axel, Schorsch, Kiki Breitschädel, Ente, Willi, Baldur, Hänschen, Klaus Thon, Martin Seidler (Grubenpferd), Süffi, Latze, Günther Engelmayer und Struwwel Kalabis.

Das Spiel endet 3:1 für Blau-Gelb. Die Münchner sind phantastische Gastgeber und halten uns auf der Wies'n frei. Das vereinbarte Rückspiel in Marburg ist allerdings nie zustande gekommen.

Es ist nicht mehr zu recherchieren, wer diese Truppe zusammengestellt hat. Es ist jedoch ein gesunder Kern dabei, so daß die weiteren Spiele nicht ausbleiben. Zunächst fährt man drei Jahre hintereinander nach Hilders in der Rhön zu Willis Heimatverein TSV Hilders 1919 e.V. Ab 1985 geht es schon über die hessischen Landesgrenzen zu Volkers Heimatverein TUS Einigkeit Hillegossen e.V., mit dem wir über einige Jahre regen Austausch pflegen bis wir uns unfähig zeigen, als gute Gastgeber zu fungieren und dann noch einen Gegenbesuch kurzfristig absagen müssen.

Als nächstes besuchen wir Süffi in Buchholz bei Hamburg, wobei wir ausdrücklich nicht auf einer Rückspielverpflichtung bestehen.

Der Höhepunkt der achtziger Jahre ist der Besuch bei Uli Strack in Bozen. Wir wohnen in Kaltern am See, verstreut über viele Pensionen des Ortes, was vielen von uns einige Fähig-keiten im Orientierungslaufen abfordert. Am Spieltag gegen eine einheimische Mannschaft mit vielen doppelt so jungen Spielern wie wir, wird für einen Teil der Reisetruppe morgens irrtümlich noch eine Weinprobe angesetzt. Dementsprechend müssen wir in der 2. Halbzeit erst noch einen 0 : 3 Rückstand aufholen. Inzwischen ist Baldur schon unser Leitwolf außerhalb des Spielfeldes sowie Spieler und Coach in einer Person. Seine Fähigkeiten werden auch dann nicht angezweifelt, als er während dieses Spiels den neben ihm stehenden Bodo auswechseln will.

1989 lädt uns Rainer Wilke nach Lübeck ein und weil es uns dort so gut gefallen hat, nehmen wir im Jahre 1991 wiederum in Lübeck Quartier, um erstmals gegen eine Mannschaft aus den neuen Bundesländern in Schwerin zu spielen. Wir bleiben weiterhin unserer Linie treu und sprechen erst gar nicht von der Möglichkeit eines Gegenbesuchs in Marburg.

Im Jahre 1990, einen Tag vor dem letzten Gewinn des Weltmeistertitels einer deutschen Mannschaft für alle Zeiten, feiert mit Baldur der erste unserer Truppe seinen 50. Geburtstag.

Selbstverständlich wird zu diesem Anlaß auch ein Fußballspiel bestritten. Es ist das erste einer ganzen Serie von Geburtstagsspielen im Laufe der späten 90er Jahre. Böse Zungen behaupten seitdem, daß wir zu einem Geburtstagsfeierverein mutiert seien. Dabei gibt es in den neunziger Jahren noch eine ganze Reihe von außerordentlichen Höhepunkten:

Vom Besuch bei Ente in Essen wird uns weniger das recht einseitige Fußballspiel in Erinnerung bleiben als das Erlebnis einer Grubenfahrt in ein Steinkohlenbergwerk auf 800 m Tiefe.

Das Ruhrgebiet, Heimat von Baldur, Ente, Dieter und Rolf soll auch 1998 wieder Ziel sein. Es ist uns eine besondere Ehre gegen die Deutsche Anwaltsnationalmannschaft zu spielen.

Absoluter Höhepunkt der gesamten Reisetruppengeschichte ist jedoch unsere Reise nach Namibia und Südafrika mit unseren ersten außereuropäischen Fußballspielen. Nachzulesen ist sie im Reisetagebuch.

Die Reisetruppe in Namibia

Nun werden hoffentlich bald die letzten 50er gefeiert sein, so daß man sich wieder einem ordentlichen Spielbetrieb zuwenden kann.

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Letzte Änderung an dieser Seite: 08.10.2009